Die Deportationen waren zunächst getarnt als Umsiedlung. Die für die Reichsgartenschau 1939 errichteten Hallen auf dem Killesberg waren zum Sammellager umfunktioniert worden.
Bild: Stadtarchiv Stuttgart
Insgesamt mehr als 2500 Jüdinnen und Juden wurden über das Durchgangslager auf dem Killesberg in die Sammel- und Konzentrationslager Riga, Iżbica, Auschwitz, Buchenwald, ins Ghetto Theresienstadt und in ein Lager bei Wolfenbüttel deportiert.
Die »Gesamteuropäische Entjudung« sah zunächst einen Transport mit 1000 Juden ins »Ostland« vor. Binnen weniger Tage musste Betroffenen »ihr zum Raub bestimmtes Hab und Gut auch noch selbst für die Bequemlichkeit des Räubers« herrichten (Adler).
Für diesen Transport wurden die zur Deportation einbestellten Jüdinnen und Juden in der »Ländlichen Gaststätte« interniert und dann zum Inneren Nordbahnhof gebracht.
In mehreren Transporten, für die einzelne Waggons an die regulären Personenzüge angehängt wurden, wurde die Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger fortgesetzt. Am 15.03.1943 wurden 261 Sinti aus Stuttgart nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Bild: Bundesarchiv, B 285 / 04413 / Stanislaw Mucha / CC BY-SA
Die Deportierten wurden aus ganz Baden und Württemberg auf den Killesberg gebracht, darunter auch viele alte, kranke und gebrechliche Menschen aus den jüdischen Zwangsaltersheimen.
Bild: Hans Weingartz / Leonce49, CC BY-SA 2.0